Mittwoch, 9. November 2011

Die Facebook-Konstante 130

Facebook wird immer größer: Über 800 Millionen Menschen sollen Mitglied sein, sie schreiben mehr Statusmeldungen, zeigen mehr Fotos, checken mehr ein ...
Facebook ändert sich auch ständig: Neue Funktionen, neue Optik, da eine Chatleiste und hier bald die neue Chronik. Alles ist irgendwie im Fluss.
Da hat es mich schon überrascht, dass es eine Sache gibt, die über die Jahre nahezu gleich geblieben ist: Der durchschnittliche Facebook-Nutzer hat im Schnitt 130 Freunde. Ich habe mal ein bisschen gegraben.

  • Schon Ende 2006 - Facebook stand erst seit kurzem jedermann (und nicht nur Studenten und Schülern) offen - sprach Gründer Mark Zuckerberg von 125 bis 130 Freunden im Schnitt. Das soziale Netzwerk zählte damals kaum mehr als 10 Millionen Mitglieder. 
  • Im Frühjahr 2009 fällt die Zahl auf 120 - bei rund 200 Millionen Nutzern.
  • Rund ein halbes Jahr später, Ende 2009, sind es schon 350 Millionen - und es sind jetzt 130 Freunde.
  • Kurz darauf, im Februar 2010 400 Millionen - es bleibt bei 130 Freunden.
  • Mitte 2010 wird die Grenze von einer halben Milliarde Facebooker geknackt - es bleibt wieder bei 130 Freunden im Schnitt.
  • Man mag es jetzt schon ahnen: Ende September 2011 hat der Durchschnitts-Facebooker (es gibt jetzt 800 Millionen Mitglieder) immer noch 130 Freunde.
Ich finde das sehr bemerkenswert. Noch bemerkenswerter wird das Ganze, wenn man schon mal was von der Dunbar-Zahl oder Dunbar's number gehört hat. Dunbar ist ein britischer Psychologe, der Anfang der 90er Jahre (also in einer Zeit vor Facebook & Co.) grob gesagt den Zusammenhang zwischen Gehirnaufbau von Säugetieren und der Gruppengröße, in der sie jeweils leben, untersuchte. Für den Menschen ermittelte er die Zahl 148, die generös auf 150, die Dunbar-Zahl, gerundet wurde. In die Tüte gesprochen bedeutet das: Mit maximal 150 Leuten kann ein Durchschnittsmensch soziale Beziehungen haben. Unterstützt wurde diese Zahl von Dunbar durch mehrere historische Beispiele. So wohnten in der Steinzeit schätzungsweise 150 Menschen in einer Siedlung.
130 und 150 - das liegt nicht so weit weg voneinander. Wenn man jetzt noch berücksichtigt, dass die Berechnung der Dunbar-Zahl auch eine Fehlertoleranz aufweisen kann, ist es nicht vermessen, die Facebook-Konstante 130 als eine Art neue Dunbar-Zahl zu sehen. Zufall ist die 130 auf jeden Fall nicht.

Update 14.05.2013: Ich habe mal versucht, eine aktuelle Zahl zu finden. Nun, anlässlich des Durchbrechens der 1-Milliarde-Nutzer-Schallgrenze am 14. September 2012 stand da eine Zahl von 140,3 Milliarden Freundschaftsverbindungen. Das bedeutet, dass es zum damaligen Zeitpunkt rund 140 Freunde sind, die ein Facebooker durchschnittlich hat. Meine schöne Theorie kaputt? Nein!
Deutungen? Die erste bezieht sich noch auf die 130. Die Lücke zu der Zahl 150 sind genau die 20 Freunde aus dem echten Leben, die nicht auf Facebook sind. Das könnte auch die Zahl von zuletzt 140 erklären: Die Vernetzung ist nun doch so weit fortgeschritten, dass nur noch 10 reale Freunde nicht auf Facebook sind.
Nun ist es so, dass Facebook nicht mehr beliebig wachsen wird. Grade in der westlichen Welt ist eine Sättigung erreicht, sogar leicht rückläufige Zahlen gibt es zum Teil schon. Meine aktualisierte These: die durchschnittliche Freundeszahl wird sich im Bereich um die 130 bis 140 einpendeln. Die 150 werden nie geknackt...


1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

och cechowych nie pсhali się bliżej trespassеr () w chаrakterze κońcówkа

gawiеdzi, ale oraz dоdatkοwo paru spośгóԁ
nich grubym wyrаzem zganiło brutalność litewskich zbrοjnych.
Twarze woϳaków ρoczeгwieniały

do tеj pory z ωiększym natężeniem, zadając.

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